Eisenmangel – brauche Hilfe

Eisenforum Foren Eisenforum Eisenmangel – brauche Hilfe

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Dr. med. Beat Schaub Dr. med. Beat Schaub vor 3 Wochen, 1 Tag.

Ansicht von 7 Beiträgen - 1 bis 7 (von insgesamt 7)
  • Autor
    Beiträge
  • #928 Antwort
    Avatar
    esa
    Teilnehmer

    Hallo, liebes Forum,

    ich wende mich an Euch, weil ich mittlerweile am Verzweifeln bin und hoffe, hier Hilfe zu finden. Mein Thema: Eisenmangel und Haarausfall.

    Ich habe seit ca. drei Jahren durch meine Endometriose bedingt starke Blutungen. Vor etwa zwei Jahren wurde zum ersten Mal ein Eisenmangel festgestellt, der aber vom Hausarzt als unbedenklich eingestuft wurde. Der Hb-Wert lag bei 9. Erst als ich meinem Arzt von plötzlich auftretendem Haarausfall berichtet habe, wurde mir empfohlen, Eisenpräparate einzunehmen. Da ich diese nicht vertragen habe, bekam ich zweimal wöchentlich Infusionen. Das Resultat war für mich verblüffend. Nicht nur, weil mein Haarausfall von der einen Sekunde auf die andere zurückgegangen ist und meine Haare sich wieder voller und griffiger angefühlt haben, sondern auch, weil ich zu der Zeit an unerklärlichen Schulter und Nackenschmerzen litt (Verdachtsdiagnose der Ärzte: Impingement), welche auch von heute auf morgen verschwanden. Mittlerweile und nach langer Selbststudie kann ich mir nur vorstellen, dass es mit dem Eisenmangel zusammenhängen muss.

    Nach der erstmaligen Infusion und der Besserung der Symptome wurde die Substitution von Eisen pausiert. Anfang des Jahres hatte ich eine Operation aufgrund der Endometriose. Ich hatte viel Prüfungs- und Lernstress bis April. Zeitgleich fingen meine Haare wieder (oder weiter?) an, sich zu verändern. Ich habe immer schon recht viel Haare verloren, jedoch sind diese wie Unkraut gewachsen und vor allem NACHgewachsen. Die üblichen hundert Haare am Tag haben sich vielleicht auf 150 erhöht, jedoch kommen eben keine Haare mehr nach. Normalerweise habe ich kräftiges, griffiges, lockiges Haar. Seit ca. vier Monaten werden sie dünner, flaumig und völlig kraftlos. Im Stirnbereich kommt immer mehr die Kopfhaut durch. Auch wenn es für andere noch nicht merkbar ist – ich habe im letzten Jahr die Hälfte meiner Haare verloren. Für mich ist dies alarmierend und ich möchte JETZT etwas unternehmen, als dass ich beobachten muss, wie sich der Zustand von Zyklus zu Zyklus verschlechtert.

    Im Mai war ich nochmals beim Hausarzt und habe ihn aufgrund der abermals schlechten Hb-Werte gebeten, mir eine einmalige, hochdosierte Eiseninfusion zu verschreiben. Das Ergebnis war noch verblüffender als bei den ersten Infusionen. Noch am selben Tag habe ich mich nicht nur fitter und energiegeladener gefühlt, sondern auch meine Haare haben sich schlagartig verändert. Sie waren wieder griffig, fest und wirkten dicker. Ich frage mich, ob die Infusion tatsächlich solch einen schnellen Effekt haben kann? Auch litt ich seit Anfang des Jahres an depressiven Verstimmungen, welche sich deutlich verbessert haben.

    Mittlerweile, zwei Zyklen später, hat sich der Haarausfall nicht verändert. Im Gegenteil. Es wird immer schlimmer. Ich kann mir den Haarausfall nur im Zusammenhang mit den starken Blutungen und dem daraus resultierendem Eisenmangel erklären. Hinzukommt, dass ich seit acht Jahren Hashimoto habe, was aber durch die Medikamente mittlerweile gut eingestellt ist. Der Haarausfall, die regelmäßigen Rückenschmerzen, Müdigkeit, Depressionen stehen für mich eindeutig im Zusammenhang mit einem Eisenmangel.

    Ich finde keinen Arzt, der mich ernst nehmen möchte. Mein Hausarzt lässt sich nur widerwillig dazu überreden, mir Infusionen zu verschreiben. Gestern war ich beim Hautarzt, der meinte, ich solle einen Hämatologen oder Onkologen (?!) aufsuchen. Er selber könne mir nicht helfen (…).

    Wie weit muss es kommen, bis dass man ernst genommen wird? Die Symptome liegen auf der Hand. Ich möchte nicht warten, bis dass ich kahle Stellen am Kopf habe. Ich brauche einen Arzt, der mein Problem wahrnimmt und mich regelmäßig und langfristig begleitet und mir nicht nach Lust und Laune hier und da mal eine Infusion verschreibt.

    Es ist viel Text, aber ich musste mir den Frust von der Seele schreiben. Vielleicht geht es euch genauso? Wie sind eure Erfahrungen? Ich würde mich freuen, von euch zu lesen und hier Hilfe zu bekommen.

    Schönes Wochenende euch allen!

    #930 Antwort

    Liebe Esa

    Es ist offentlichtlich, dass Ihnen Eiseninfusionen helfen. Dadurch verschwinden in der Regel nicht nur der Haarausfall, sondern auch andere von Ihnen genannte Smptome. In den Ärztlichen Eisenzentren wird Wert darauf gelegt, dass jede Frau in ihrem Optimalbereich bleibt. Dieser liegt im Durchschnitt bei einem Ferritinwert zwischen 100 und 200 ng/ml.

    Deshalb braucht es nach einer erstmaligen Aufsättigungstherapie eine nachfolgende Erhaltungstherapie, indem alle paar Monat Eisen wieder gegeben werden muss, damit der erreichte gute Allgemeinzustand erhalten bleibt. Dazu wurde das Swiss Iron System SIS entwickelt.

    Sie müssen mit Ihrem Arzt gemeinsam herausfinden, unter welchen Ferritinwert Sie nicht mehr geraten wollen. Wie ist Ihr aktueller Ferritinwert?

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #933 Antwort
    Avatar
    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort. Ich habe mir Ihren Vortrag zum Eisensymposium 2014 angesehen und bin sehr begeistert. Vor allem finde ich es wichtig, wie sie sagen, immer die individuelle Vulnerabilität der Patienten hinsichtlich der Toleranz niedriger Ferritinwerte zu betrachten. Leider wird darauf seitens der Ärzte viel zu wenig eingegangen.

    Mein aktueller Ferritinwert liegt bei 36 ng/ml.

    Ich möchte gerne eine Aufsättigungstherapie mit anschließender Erhaltungstherapie machen. Können Sie mir einen Arzt, der nach dem SIS arbeitet, im Raum Augsburg/München empfehlen?

    Viele Grüße und schönen Sonntag!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 4 Tagen von Avatar esa.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 4 Tagen von Avatar esa.
    #936 Antwort

    Liebe Esa

    In Ihrem Zustand mit Ferritin 36 ist eine Aufsättigungs- und anschliessende Erhaltungstherapie notwendig. Die Deutschen Eisenzentren finden Sie unter: https://www.eisenzentrum.ch/deutschland/

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #952 Antwort
    Avatar
    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    ich bin nächste Woche in München bei Frau Schulte und werde über meine Erfahrungen berichten. Haben Sie besten Dank!

    Viele Grüße, Esa

    #955 Antwort
    Avatar
    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    ich hätte noch eine Frage an Sie: Kann sich sowohl der Blutverlust als auch die Infusion von Eisen tatsächlich so schnell körperlich manifestieren? Meine letzte Regelblutung war so stark, dass mir seither immens viele Haare ausgehen. Die Struktur hat sich schlagartig wieder zu dünnem, kraftlosem Haar verändert – als ob ein Baustein fehlen würde. Meine Hoffnung ist, durch die Infusionen zumindest wieder mehr Kraft in die Haare zu bekommen (das Nachwachsen wird wohl eine Weile dauern).

    Herzliche Grüße, Esa

    #956 Antwort

    Liebe Esa

    Ich kenne sehr viele Frauen, bei denen sich der Eisenverlust (Menstruation) sowie auch die Eisenzufuhr (durch Infusionen) schnell körperlich bemerkbar macht. Während nach einer intravenösen Eisentherapie Symptome wie Müdigkeit oder Schwindel sich innerhalb weniger Wochen verbessern oder gar normalisieren, dauert das Nachwachsen und Normalisieren der Haare etwa drei Monate.

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

Ansicht von 7 Beiträgen - 1 bis 7 (von insgesamt 7)
Antwort auf: Eisenmangel – brauche Hilfe
Deine Information: