Eisenmangel – brauche Hilfe

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Dieses Thema enthält 19 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Dr. med. Beat Schaub Dr. med. Beat Schaub vor 1 Monat, 1 Woche.

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  • #928 Antwort
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    esa
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    Hallo, liebes Forum,

    ich wende mich an Euch, weil ich mittlerweile am Verzweifeln bin und hoffe, hier Hilfe zu finden. Mein Thema: Eisenmangel und Haarausfall.

    Ich habe seit ca. drei Jahren durch meine Endometriose bedingt starke Blutungen. Vor etwa zwei Jahren wurde zum ersten Mal ein Eisenmangel festgestellt, der aber vom Hausarzt als unbedenklich eingestuft wurde. Der Hb-Wert lag bei 9. Erst als ich meinem Arzt von plötzlich auftretendem Haarausfall berichtet habe, wurde mir empfohlen, Eisenpräparate einzunehmen. Da ich diese nicht vertragen habe, bekam ich zweimal wöchentlich Infusionen. Das Resultat war für mich verblüffend. Nicht nur, weil mein Haarausfall von der einen Sekunde auf die andere zurückgegangen ist und meine Haare sich wieder voller und griffiger angefühlt haben, sondern auch, weil ich zu der Zeit an unerklärlichen Schulter und Nackenschmerzen litt (Verdachtsdiagnose der Ärzte: Impingement), welche auch von heute auf morgen verschwanden. Mittlerweile und nach langer Selbststudie kann ich mir nur vorstellen, dass es mit dem Eisenmangel zusammenhängen muss.

    Nach der erstmaligen Infusion und der Besserung der Symptome wurde die Substitution von Eisen pausiert. Anfang des Jahres hatte ich eine Operation aufgrund der Endometriose. Ich hatte viel Prüfungs- und Lernstress bis April. Zeitgleich fingen meine Haare wieder (oder weiter?) an, sich zu verändern. Ich habe immer schon recht viel Haare verloren, jedoch sind diese wie Unkraut gewachsen und vor allem NACHgewachsen. Die üblichen hundert Haare am Tag haben sich vielleicht auf 150 erhöht, jedoch kommen eben keine Haare mehr nach. Normalerweise habe ich kräftiges, griffiges, lockiges Haar. Seit ca. vier Monaten werden sie dünner, flaumig und völlig kraftlos. Im Stirnbereich kommt immer mehr die Kopfhaut durch. Auch wenn es für andere noch nicht merkbar ist – ich habe im letzten Jahr die Hälfte meiner Haare verloren. Für mich ist dies alarmierend und ich möchte JETZT etwas unternehmen, als dass ich beobachten muss, wie sich der Zustand von Zyklus zu Zyklus verschlechtert.

    Im Mai war ich nochmals beim Hausarzt und habe ihn aufgrund der abermals schlechten Hb-Werte gebeten, mir eine einmalige, hochdosierte Eiseninfusion zu verschreiben. Das Ergebnis war noch verblüffender als bei den ersten Infusionen. Noch am selben Tag habe ich mich nicht nur fitter und energiegeladener gefühlt, sondern auch meine Haare haben sich schlagartig verändert. Sie waren wieder griffig, fest und wirkten dicker. Ich frage mich, ob die Infusion tatsächlich solch einen schnellen Effekt haben kann? Auch litt ich seit Anfang des Jahres an depressiven Verstimmungen, welche sich deutlich verbessert haben.

    Mittlerweile, zwei Zyklen später, hat sich der Haarausfall nicht verändert. Im Gegenteil. Es wird immer schlimmer. Ich kann mir den Haarausfall nur im Zusammenhang mit den starken Blutungen und dem daraus resultierendem Eisenmangel erklären. Hinzukommt, dass ich seit acht Jahren Hashimoto habe, was aber durch die Medikamente mittlerweile gut eingestellt ist. Der Haarausfall, die regelmäßigen Rückenschmerzen, Müdigkeit, Depressionen stehen für mich eindeutig im Zusammenhang mit einem Eisenmangel.

    Ich finde keinen Arzt, der mich ernst nehmen möchte. Mein Hausarzt lässt sich nur widerwillig dazu überreden, mir Infusionen zu verschreiben. Gestern war ich beim Hautarzt, der meinte, ich solle einen Hämatologen oder Onkologen (?!) aufsuchen. Er selber könne mir nicht helfen (…).

    Wie weit muss es kommen, bis dass man ernst genommen wird? Die Symptome liegen auf der Hand. Ich möchte nicht warten, bis dass ich kahle Stellen am Kopf habe. Ich brauche einen Arzt, der mein Problem wahrnimmt und mich regelmäßig und langfristig begleitet und mir nicht nach Lust und Laune hier und da mal eine Infusion verschreibt.

    Es ist viel Text, aber ich musste mir den Frust von der Seele schreiben. Vielleicht geht es euch genauso? Wie sind eure Erfahrungen? Ich würde mich freuen, von euch zu lesen und hier Hilfe zu bekommen.

    Schönes Wochenende euch allen!

    #930 Antwort

    Liebe Esa

    Es ist offentlichtlich, dass Ihnen Eiseninfusionen helfen. Dadurch verschwinden in der Regel nicht nur der Haarausfall, sondern auch andere von Ihnen genannte Smptome. In den Ärztlichen Eisenzentren wird Wert darauf gelegt, dass jede Frau in ihrem Optimalbereich bleibt. Dieser liegt im Durchschnitt bei einem Ferritinwert zwischen 100 und 200 ng/ml.

    Deshalb braucht es nach einer erstmaligen Aufsättigungstherapie eine nachfolgende Erhaltungstherapie, indem alle paar Monat Eisen wieder gegeben werden muss, damit der erreichte gute Allgemeinzustand erhalten bleibt. Dazu wurde das Swiss Iron System SIS entwickelt.

    Sie müssen mit Ihrem Arzt gemeinsam herausfinden, unter welchen Ferritinwert Sie nicht mehr geraten wollen. Wie ist Ihr aktueller Ferritinwert?

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #933 Antwort
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    esa
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    Lieber Herr Schaub,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort. Ich habe mir Ihren Vortrag zum Eisensymposium 2014 angesehen und bin sehr begeistert. Vor allem finde ich es wichtig, wie sie sagen, immer die individuelle Vulnerabilität der Patienten hinsichtlich der Toleranz niedriger Ferritinwerte zu betrachten. Leider wird darauf seitens der Ärzte viel zu wenig eingegangen.

    Mein aktueller Ferritinwert liegt bei 36 ng/ml.

    Ich möchte gerne eine Aufsättigungstherapie mit anschließender Erhaltungstherapie machen. Können Sie mir einen Arzt, der nach dem SIS arbeitet, im Raum Augsburg/München empfehlen?

    Viele Grüße und schönen Sonntag!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von Avatar esa.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von Avatar esa.
    #936 Antwort

    Liebe Esa

    In Ihrem Zustand mit Ferritin 36 ist eine Aufsättigungs- und anschliessende Erhaltungstherapie notwendig. Die Deutschen Eisenzentren finden Sie unter: https://www.eisenzentrum.ch/deutschland/

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #952 Antwort
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    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    ich bin nächste Woche in München bei meiner Ärztin und werde über meine Erfahrungen berichten. Haben Sie besten Dank!

    Viele Grüße, Esa

    #955 Antwort
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    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    ich hätte noch eine Frage an Sie: Kann sich sowohl der Blutverlust als auch die Infusion von Eisen tatsächlich so schnell körperlich manifestieren? Meine letzte Regelblutung war so stark, dass mir seither immens viele Haare ausgehen. Die Struktur hat sich schlagartig wieder zu dünnem, kraftlosem Haar verändert – als ob ein Baustein fehlen würde. Meine Hoffnung ist, durch die Infusionen zumindest wieder mehr Kraft in die Haare zu bekommen (das Nachwachsen wird wohl eine Weile dauern).

    Herzliche Grüße, Esa

    #956 Antwort

    Liebe Esa

    Ich kenne sehr viele Frauen, bei denen sich der Eisenverlust (Menstruation) sowie auch die Eisenzufuhr (durch Infusionen) schnell körperlich bemerkbar macht. Während nach einer intravenösen Eisentherapie Symptome wie Müdigkeit oder Schwindel sich innerhalb weniger Wochen verbessern oder gar normalisieren, dauert das Nachwachsen und Normalisieren der Haare etwa drei Monate.

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #1012 Antwort
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    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    Ich bekomme diese Woche die letzte und 13. Eiseninfusion. Folgende Beobachtungen möchte ich Ihnen gerne mitteilen: Ich habe in der Nacht einen extrem trockenen Mund (für mich das auffälligste Symptom) und brauche sehr viel Schlaf. Tagsüber fühle ich mich fast schon schlapper und müder als zuvor. Wenn ich Sport mache, fühlen sich die Muskeln vor allem an den Beinen steif und schwer an und schmerzen bei den Übungen. Die Haare fallen nach wie vor in der selben Menge aus. Bei der letzten Menstruation war die Blutung deutlich weniger, was ich als positiv verbuche. Allerdings habe ich diesen Zyklus ab Eisprung sehr heftiges PMS mit Gewichtszunahme von 3 Kilo und depressiver Verstimmung. Auch habe ich einen gesteigerten Appetit. Als positiv empfinde ich noch, dass sich meine Verdauung verbessert hat. Kann dies mit den Infusionen zusammenhängen? Ich würde mich über Ihre Rückmeldung zu den beschriebenen Symptomen freuen!

    Herzliche Grüße und schöne Woche, Esa

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von Avatar esa.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von Avatar esa.
    #1015 Antwort

    Liebe Esa

    Dieser Verlauf entspricht nicht demjenigen, den wir normalerweise kennen. Wie Sie unserer Praxisstudie Eurofer entnehmen können, werden 65% der betroffenen Frauen durch die Eisen-Infusionstherapie gesund. 21% profitieren punktuell und nur 14% spüren keine Veränderung.

    Wenn Ihnen die Eisentherapie nicht geholfen hat, muss der Arzt jetzt die wirkliche Ursache für Ihre Beschwerden suchen und dann behandeln.

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #1016 Antwort
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    esa
    Teilnehmer

    Lieber Herr Schaub,

    Danke für Ihre Nachricht. Ich habe bei einer letzten Blutentnahme gesehen, dass mein Vitamin B12 Wert bei 153 liegt. Kann dies im Zusammenhang mit den Symptomen stehen?

    Herzliche Grüße,  Esa

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von Avatar esa.
    #1018 Antwort

    Liebe Esa

    Dieser Wert liegt sehr tief, er könnte eine Ursache sein. Ich würde den Wert mit Injektionen in einen Bereich von 300 – 400 korrigieren und den Gesundheitszustand dann nochmals beurteilen.

    Freundliche Grüsse, Beat Schaub

    #1019 Antwort
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    esa
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    Mir wurde in einem anderen Forum gesagt, dass der Ferritinwert bei einem B12 Mangel nicht hochgehen würde, bzw. die Infusionen sinnlos wären. Man müsse also zunächst den B12-Wert stabilisieren. Können Sie dem zustimmen?

    #1020 Antwort

    Bei einer intravenösen Eisentherapie steigt der Ferritinwert an, auch bei einem B12-Mangel. Allerdings macht es Sinn, einen gleichzeitig bestehenden B12-Manggel ebenfalls zu korrigieren. Das kann parallel geschehen.

    #1030 Antwort
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    esa
    Teilnehmer

    Ich habe nun zusammen mit der letzten Eiseninfusion eine 3000er B12 Infusion erhalten. Die Symptome haben sich weiterhin verschlechtert: Muskelschmerzen, Energielosigkeit (könnte den ganzen Tag schlafen), Krankheitsgefühl, Enge in der Brust und leichtes Herzrasen. Ich würde nicht sofort davon ausgehen, dass mir die Eiseninfusionen nichts bringen. Könnte es sich um temporäre Nebenwirkungen von Venofer handeln?

    #1031 Antwort

    Solche Nebenwirkungen kennen wie bei Venofer überlicherweise nicht. Ihr Arzt sollte bald herausfinden, wodurch Ihre Symptome wirklich verursacht werden. Möglicherweise ist nicht ein Mangelzustand dafür verantwortlich?

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